Lageplan


Dortmund

FENSTER 10 Brüderweg

SEHSTATION Dortmund

Der Brüderweg ist – wie die Kampstraße – in seinen heutigen Dimensionen ein Ergebnis des Wiederaufbaus nach dem Krieg. Nüchterne Zweckbauten aus den 1950er bis 1980er Jahren bestimmen das Bild, nichts wirklich Herausragendes – das entsprach auch ein wenig der Philosophie der Nachkriegszeit. Der Pylon hier am Anfang des Brüderwegs hingegen ist ausdrucksstark und ragt mit einer Speerspitze in die Höhe. Diese architektonisch eigenwilligen Aufbauten der U-Bahn-Station Reindoldikirche sind Ende der 1980er Jahre entstanden. Seit die Straßenbahnen nicht mehr verkehren, hat das Flügeldach seine Funktion für die oberirdische Haltestelle eingebüßt, bildet aber weiterhin einen Blickfang und bietet bei Regen auch Schutz. Die schlanken Fahr-stuhltürme, in Sandstein und Glas gefasst, sind elegant. Wären vielleicht größere Fahrstühle inzwischen angemessener? Seitdem alle Linien an diesem zentralen Umsteigepunkt unterirdisch verkehren, stellt sich gelegentlich diese Frage, während man auf den Aufzug wartet.
In diesem heute Fußgängern, Radfahrern und Nachtbussen vorbehaltenen Gelände befand sich noch vor gut 20 Jahren die wichtigste innerstädtische Straßenkreuzung, ausgebaut erst in den 1950er Jahren, als das Straßennetz der City autogerecht um-gestaltet wurde.
Die kleinteilige Basaltstein-Pflasterung am Willy-Brandt-Platz ist ansprechender als die Betonschrittplatten und der Asphalt, die den weiteren Straßenverlauf nach Osten bestimmen. Zweifellos sieht Naturstein nur besser aus; ist er vielleicht auch beständiger und pflegeleichter?
Das C&A-Kaufhaus an der Ecke zeigt dem Brüderweg nur seine Rückseite, hier steht die Warenanlieferung im Vordergrund. Die Gebäudefluchten am Brüderweg mögen unauffällig wirken, aber auf der Nordseite bringen die vielen Fachgeschäfte doch Leben auf den Bürgersteig. Sicher werden sich hier noch Cafés ansiedeln, wenn der Brüderweg erst als „Ostentorallee“ aufwarten kann: Die Neugestaltungspläne sehen für ihn eine ähnliche Lösung wie an der Westentorallee vor; gute Aussichten also!